Freitag, 20. März 2015

die Wochen danach


Es war sehr schön wieder zuhause anzukommen. zeit mit meiner Familie und meinem Freund zu verbringen, auch die frische Luft zu atmen (so kalt!).

Ich bin wieder eingestiegen in meinen Arbeitsalltag und nun meinen Geburtstagsvorbereitungen, da ich tatsächlich schon 30 werde.

Es ist ein unglaublicher Unterschied wieder hier zu sein. Ich muss viel an meine Mädels in Manila denken und es fühlt sich sehr mies an, dass ich nicht einfach wieder hinfahren kann und sie besuchen. Dass es eben nicht möglich ist oft zu telefonieren da sie einfach keinen Computer und auch kein Telefon haben. Demnächst muss ich Bilder sortieren und sie meinen Freunden zeigen - bisher habe ich mich davor gedrückt. Es ist sehr anstrengend für mein Herz, die Bilder anzuschauen und meine Gefühle zu sortieren. Nun mache ich gerade ein Frühlingsvideo für die Kinder. Da es in Manila keinen Frühling gibt, schicke ich ihnen ein Video von unseren Blumen und Knospen und Blüten.

Ein kleines Andenken hab ich physisch noch von dem Dengue Fieber - meine Haare fallen aus. Das ist nicht sehr schön. Aber anscheinend hört das irgendwann wieder auf. Jetzt bin ich sehr dankbar für meine *Mähne*, man sieht es nämlich noch nicht so sehr.

Trotz dessen bin ich sehr dankbar für meine Zeit in Manila. Meine Zeit, die ich mit den Armen verbracht habe. Die ich gelernt habe was es heisst, mit wenig bis nichts zu leben und wie man trotz dessen glücklich und fröhlich sein kann.
Und wie wichtig es ist dass wir diese wundervollen Menschen nicht vergessen, sondern sie respektieren und lieben.

Donnerstag, 19. Februar 2015

Abschied von Manila

Nach einer *Auskling*Woche in Manila, die ich teilweise mit meiner neuen Freundin Lindsey und mit Familie Schneider und Elena(OnesimoVolunteer aus der Schweiz) zubringen durfte, ist nun mein vorletzter Tag. Morgen Abend werde ich zum Flughafen fahren und es wird mir sehr schwer fallen , abzufliegen.

Gestern waren wir in *chinatown* in Manila. Es ist schon sehr eindrücklich, ein Stadtgebiet mit wenig grün, die Strassen sind dreckig von den vielen Abgasen. So auch die Leute die auf der Strasse wohnen. Abends sind wir auf der Suche nach einem Restaurant an den grossen Hotels von Manila vorbeigelaufen - die Strassen des Touristenviertels voll mit Prostituierten. Mich überkommt Traurigkeit. Welch ein Bild wohl die *Ladies* von uns drei weissen Frauen haben. Leider sieht man uns ja nicht an, dass wir genau aus dem gegenteiligen Grund als unsere meist männlichen Landsleute in Manila sind.

Ich packe meinen Koffer - mal wieder maximal 30kg. wahrscheinlich sind in meinem Koffer mehr Sachen als die Familien besitzen die ich gestern auf der Strasse getroffen habe.



Freitag, 13. Februar 2015

Abschied

 Wir haben eine kleine Abschiedsfeier gemacht. Es war sehr lustig, die Mädchen haben einen Sketch aufgeführt über mich und lustige Begebenheiten während meiner Zeit. Wir haben lecker gegessen und Fotos gemacht. Sie haben mir ein tollen kleines Andenken in Form eines Jeepneys geschenkt , an das sie von jedem ein Foto geklebt haben. Ich habe ihnen Tagebücher und Kosmetiktäschchen geschenkt - beides schon in regem Gebrauch ;) Es ist schwierig zu gehen. Sie sind sehr traurig und ich habe auch sehr Mühe. Es ist schon unglaublich. So viele Kilometer zwischen uns.

 Thunfisch und Kekse - dies ist ein sehr billiges Frühstück. Aber es passt in ein Slumbudget. Von uns kann sich wahrscheinlich keiner vorstellen das zu frühstücken. Oder es generell als Mahlzeit zu deklarieren.


Donnerstag, 5. Februar 2015

I miss you

ach du meine Güte...schon 10 Tage bevor ich aus dem Center ausziehe kommt immer wieder mal ein Mädchen zu mir und nimmt mich in den Arm und sagt mir wie sehr sie mich vermissen wird. Das macht mein Herz sehr schwer - ich werde sie unglaublich vermissen, diese jungen Frauen.

Wir waren Mittwoch in einer Spielhalle - da gibt es KaraokeBoxen. Ich hab nun wahrscheinlich einen bleibenden Hörschaden, aber es war sehr lustig. Es ist schön auch einmal so etwas mit ihnen geniessen zu können.

Die jüngste im Center, Floralyn, ist mein neues Patenkind. Ich freue mich dass wir uns persönlich kennen. Und einiges schon zusammen gemacht haben. Sie ist sehr motiviert. Onesimo kann einen grossen Unterschied machen in ihrem Leben.

Meine Zeit neigt sich wirklich nun dem Ende zu. Ich verabschiede mich schon bei den Freunden die ich nicht mehr sehen werde, mache Treffen aus - es ist unglaublich wie schnell die Zeit hier vorbei geht. Ich sortiere Kleider und Sachen aus die ich bei der Slumkirche lasse. Sie verteilen sie an die Bedürftigen der Nachbarschaft.


Samstag, 31. Januar 2015

Camp

Wir haben einen Ausflug gemacht mit allen Centern. Ein Haufen Jungs und Mädels und viel Spass. Und viel Stress... wir haben in einem Jugendlager in den Bergen übernachtet, draussen Spiele gespielt. Da wir nicht übermässig mit Spielsachen ausgestattet sind, nehmen wir was so im Garten liegt. Wie zum Beispiel alte Autoreifen. Wir haben den Vulkan besucht und den Palace in the Sky -ein nicht fertiggestellter *Palast* auf der Spitze eines Berges, der von einer First Lady der Philippinen gebaut wurde 1981...und nicht fertiggestellt.
Es ist schön dort oben, frische Luft, Wind, man kann weit über das Lend schauen. Die Jugendlichen geniessen es. Auf der Heimfahrt stehen wir dann in einem MiniTransporter bei 26Grad mit 17 Insassen 3 Stunden im Stau - das ist eine Herausforderung. Ich kann nun jeden mit Platzangst verstehen.

Ich merke immer wieder die grossen Unterschiede hier. Es fängt schon an in der Laufgeschwindigkeit. Des öfteren stolpere ich fast in jemanden der vor mir läuft, weil meine Geschwindigkeit einfach sehr viel schneller ist. Wenn ich im Bus fahre kommen oft Händler rein die aus grossen Plastikeimern geröstete Erdnüsse verkaufen. In so 20g Portionen. Erst dachte ich, wie um alles in der Welt diese Männer damit so viel verdienen dass es zum leben reicht. Doch die Leute kaufen es. Es wird sicher nicht für viel reichen. Aber vielleicht um abends Essen für die Kinder nach Hause zu bringen. 











Sonntag, 25. Januar 2015

Examen

Heute haben drei Mädchen Examen! Dann sind sie fertig mit der Schule und können sich einen Job suchen oder weiter auf die Schule gehen. Ein Meilenstein in ihrem Leben. Ich drücke fest die Daumen dass sie das schaffen.

Wir haben einen Ausflug in den EcoPark gemacht. es ist eine halbe Stunde Fahrt mit Jeepney und Motorradtaxi. Und dann stehen wir mitten in der Natur! Hohe Palmen und Bäume, Vögel zwitschern. Es ist unglaublich, so nahe und so schön. Wir geniessen die Zeit, ich habe ihnen ihre Bilder ausgedruckt, was sie mit Kreischen und Hüpfen huldigen. Es macht mir solchen Spass zu sehen wie sie sich freuen. Sie sind so direkt heraus ehrlich mit ihren Gefühlen.

 Unsere Nachbarschaft ist wie immer sehr lebendig. Zur Zeit gibt es wieder fast jede Nacht Karaoke Beschallung von irgendwelchen Nachbarn. Es gibt auch mehr Hunde und Katzen, das waren Weihnachtsgeschenke. Nachts ist lange viel Lärm draussen. Wir haben auf dem Markt ein Mittel gegen Bettmilben gekauft. Nun hoffen wir dass es wirkt, es sind miese Stiche die sehr jucken.
Ich habe gut aufgepasst beim Kochen und kann jetzt schon ein oder zwei Gerichte auswendig. Kann dann in der Schweiz mal zum Essen einladen. Heute habe ich für 1.40CHF mein Mittag und Abendessen gekauft und gekocht. Schon komisch, diese Welt.
Um ein kleines Unternehmen aufzubauen, fangen die Lehrerin und ihre Kollegen kleine Foodcarts an. Julie Ann hat also einen kleinen *Stand* an dem sie Gesundheitsprodukte verkauft. Von Kaffee über Shampoo und Seife.
Die Mädchen starten einen kleinen Verkauf vor unserem Tor. Es findet auch Anklang , und ich zeige ihnen was man wissen muss über die Produkte und wie man die Leute ansprechen kann. Es ist eine Gaudi, und dennoch Ernst - es könnte sein dass sie bald einmal auf diese Weise Geld verdienen müssen.

Ich muss immer an einen Mann denken der immer vorne an der Busstation liegt. Er ist ein bisschen verrückt, was wahrscheinlich von vielen Infektionen kommt. Denn dem Mann fehlen beide Hände und die halben Unterarme. Er ist offensichtlich sehr arm und krank. Manchmal ist er etwas klarer, dann grüsst er mich freundlich. Immerhin geben ihm viele Leute ein bisschen Kleingeld durch den Tag. Aber er liegt einfach immer da an der Strasse. Keine Ahnung ob sich jemand um ihn kümmert.
Und er ist wahrscheinlich nur einer von vielen. Was für eine Welt.

Sonntag, 18. Januar 2015

Slumleben

Das Leben ist so langsam. So viel Warten. Ich versuche diese Zeiten mit schlafen zu überbrücken, da ich nachts nicht so gut schlafe. Ich bin immer wieder beeindruckt in welchen Positionen und aus welch hartem Untergrund oder kleinem Raum diese Filipinas tief und fest schlummern.
Es gibt wieder viel Fisch. Es ist nun mal das billigste. Aber sie achten nun auch immer auf Gemüse.




Ich hatte meine ersten drei Dates mit drei der Mädchen. Wir sind je in ein Restaurant,
haben gegessen, nachher hab ich mit ihnen in der Mall Parfum, Schminke und Lotion ausprobiert.
Sie geniessen es sehr, dass sie ganz alleine mit mir sind und alle Aufmerksamkeit auf ihnen liegt.

Es gibt auch schwierige Momente für mich. Letzte Woche kam ich auf die Strasse und habe sehen können, wie unser Nachbar seine Frau an den Haaren über die Strasse geschleift hat und sie getreten. Es kostet mich sehr viel Kraft nichts zu tun. Aber es wäre sehr schwierig, ich als *Aussenseiter*, ich die in ein paar Wochen nicht mehr da ist. Eine grosse Ungerechtigkeit.

Ich bin mit den Mädchen und der Hausmama in den *Zoo* gefahren. Es ist mehr ein Aussanglager für Vögel und Echsen, aber sie haben auch einen Tiger. Dann hat es eine Art Park dabei, mitten in der Stadt ein Wohlfühlort. Dort machen wir ein kleines Fotoshooting. Ich mache schöne Fotos von ihnen und lasse sie nachher drucken. Sie freuen sich total über hübsche Fotos in ihren Alben.